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Der Verein Eichsfeld Aktiv - Gesellschaft zur Entwicklung des Ländlichen Raumes im Eichsfeld e.V. führt, getragen durch die Arbeitsgruppe Forum Fachwerk Eichsfeld, gemeinsam mit der LEADER RAG Eichsfeld eine Veranstaltungsreihe zum Thema Baukultur & Demografischer Wandel im Eichsfeld durch. Informationen dazu hier auf dieser Seite bei Veranstaltungen und in der Informationsbörse.

Bei einem alten Haus ist gerade bei den steigenden Heiz­kosten der Energie­bedarf ein wichtiges Kriterium. Daher kommt es gerade im Altbau darauf an geschickte wärmedämmende Massnahmen zu ergreifen, die die Bausubstanz erhalten.

12 05 03Fürstenhagen: Abschlussvorträge FFEeranstaltungsreihe: Fürstenhagen: Abschlussvorträge FFE

Musterhaus

Am 3. Mai 2012 um 19:00 Uhr im Naturparkzentrum in Fürstenhagen findet  mehr

12 04 25LEHMBAU-TAGUNG in Parensen

Tagung Netzwerk Lehm

EINLADUNG ZUR LEHMBAU-TAGUNG in 37176 Nörten-Hardenberg/Parensen Mittw  mehr

12 04 05Prof. Dr.-Ing. Viktor Wesselak: Sanierung eines Fachwerkhauses – energetisch optimiert oder traditionell ?

Wesselak vorher-nachher

Vortrag: Fachwerk energetisch sanieren – ein Fallbeispiel  mehr

 Lehmofenbau in Eichsfelder Schulendatum : 03.05.2011 autor : G.Papke 
Lehmofen

Wir bauen einen Lehmofen! -

Kennen lernen und Arbeiten mit traditionellen Materialien und Handwerkstechniken

 

Ziel:

Die ländlichen Gebiete des historischen Eichsfelds sind sehr stark vom Fachwerk geprägt. Man kann an einigen Höfen und teilweise an der erhaltenen Dorfstruktur sehr gut die Zusammengehörigkeit vom Leben und  Arbeit ablesen.

Ziel dieses Projektes ist es, ein Bewusstsein bei Kinder und Jugendlichen für die Besonderheiten und Schönheiten des regionaltypischen Ortsbildes im Eichsfeld mit seinen hohen Anteil an Fachwerk zu schaffen. Außerdem wollen wir vermitteln, wie  wichtig es ist, unser Kulturgut, wie z.B. Fachwerkhäuser zu schützen und zu erhalten.

Diese Ziele sollen unter anderem mit dem Bau eines Lehmofens realisiert werden. Dieser Ofen wird mit traditionellen Materialien (Lehm, Weiden, Feld- und Sandsteinen) gebaut. Überdacht wird er mit einem kleinen zimmermannsgerecht abgebundenen Haus.

Die Kinder und Jugendlichen lernen diese traditionellen Materialien kennen und arbeiten mit ihnen. Bei dem Bau der Überdachung, die dem Gerüst eines Fachwerkhauses gleicht, wird die Konstruktion von Fachwerkhäusern erklärt. Auf Beispiele von Fachwerkgebäuden aus dem eigenen Dorf und dem direkten Umfeld wird dabei eingegangen.

Als Resultat steht der Lehmofen, der natürlich auch weiterhin von der Schule genutzt werden soll.

 

Angebot:

           

            Das Forum Fachwerk Eichsfeld, ein Projekt von „Regionen Aktiv - Eichsfeld Aktiv“ bietet Ihnen eine interessante Projektarbeit mit Schülern der 1.- 4. Klasse, bei einer maximalen Schülerzahl von 30 Schülern, an.

 

Für einen Kostenbeitrag von 200,00 € stellen wir Ihnen das Material für den Lehmofen zur Verfügung,  die entstehende Kostendifferenz übernimmt das Forum Fachwerk Eichsfeld.

 

Dieses Projekt wird von uns angeleitet und betreut. Dafür entstehen für die Schule keine weiteren Kosten.

 

 

 

Projektgliederung

 

1. Fachwerkhäuser und Höfe prägen unser Ortsbild, unsere Heimat!

 

Wo hat Deine Uroma gewohnt?

Was war das für ein Haus, wie sieht es heute aus?

Wie hat Dein Uropa gebaut?

Warum heißt ein Haus Fachwerkhaus?

Warum sind Scheunen oft viel größer als Wohnhäuser?

 

Mit solchen und ähnlichen Fragen werden die Kinder und Jugendlichen konfrontiert. Es soll vermittelt werden, dass Fachwerkhäuser zu unserer Geschichte und Region gehören. Es wird auf das dörfliche Leben und die Zusammengehörigkeit von Wohnen und Arbeiten eingegangen.

Durch einen Rundgang durchs Dorf oder dem Umfeld der Schule, werden konkrete Beispiele aufgesucht und an Ihnen einige typische Merkmale zusammen erarbeitet und erläutert.

 

1.1 Arbeiten mit traditionellen Materialien

 

In unserem Ort heißen Straßen Lehmkuhle, Sandrain und Kalkreise. Was soll das bedeuten?

 

In der Vergangenheit hat man mit Materialien gearbeitet, die man in seiner Umgebung vorgefunden hat. Dies ist ein Hauptgrund für die Ausbildung regionaler Unterschiede. In Norddeutschland z.B. wurden Fachwerkhäuser mit Ziegelsteinen ausgefacht, in unserer Region hat man die Gefache mit Weidengeflecht mit Lehmbewurf gefüllt. Besondere Fachwerkgestaltung unserer Region, wie Schmuckfachwerk, Fachwerkbilder, Farbgebung, Hofanordnung etc.  werden dargestellt

Die unterschiedlichen Materialien, wie Lehm, Kalk, Weiden und Holz werden kennen gelernt, Eigenschaften und die daraus resultierende Verwendung an einem Fachwerkhaus werden erarbeitet.

 

1.2 Das Fachwerk und die Gefache

 

            Wie sind Fachwerkhäuser gebaut?

           

Diese Thematik befasst sich mit der Konstruktion des Fachwerkhauses.

Die Statik besteht aus einem Holzgerüst. Früher wurden die Hölzer ohne Eisen zusammengesetzt, nur mit Holzverbindungen wie Überblattung, Zapfenverbindungen und Holznägel.

 

Die Gefache wurden regional unterschiedlich gefüllt. In den Gebieten des historischen Eichsfelds wurden sie mit Weiden ausgeflochten und mit Lehm beworfen. Später hat man sie auch mit Lehmsteinen ausgemauert. Regional verschieden wurden auch Tuff-, Ziegel- und Sandsteine verwendet.

Die Gefache wurden mit Kalk überputzt, um eine wetterfeste Außenhülle zu erhalten.

 

 

2.Wir bauen einen Lehmofen

 

2.1 Das Fundament

 

Ein Fundament und der Sockel eines Hauses sorgen für Standfestigkeit und Schützen das Fachwerk vor aufsteigender Nässe vom Erdboden. Die gleichen Funktionen übernimmt auch der Sockel für unseren Lehmofen.

Das Fundament wird aus Feldsteinen gebaut und mit Kalkmörtel verbunden.

Die Kinder und Jugendlichen können bei dieser Arbeit aktiv mitmachen.

 

2.2 Die Ofenform

 

Für den Ofen selbst werden die Materialien Lehm und Weiden gebraucht. Mit diesen Materialien sind noch heute viele Gefache von Fachwerkgebäuden ausgefüllt.

Die Weidenruten wurden dabei in die Gefache geflochten und dienten als Halterung und Gerüst für den Lehmbewurf. Auch bei einem Lehmofen übernimmt ein Weidengeflecht die Funktion des Gerüstes und legt die Grundlage für die Form des Ofens.

·         Kennen lernen des Weidenbaumes (Standort, Eigenschaften)

·         Bearbeiten der Weidenruten

·         Biegen und Flechten der Weiden zu der Ofenform

 

Der Lehm füllt die zu schließenden Gefache eines Fachwerkhauses. Er wird je nach seiner Beschaffenheit mit Sand und Stroh angereichert und auf das Weidengeflecht angeworfen.

Bei dem Lehmofen füllt der Lehm die vorgegebene Form des Weidengeflechtes aus. Er bildet die Hülle des Ofens.

·         Was ist Lehm? (Eigenschaften, Zusammensetzung, Verarbeitung)

·         Wo kommt Lehm in unserer Umgebung vor?

·         Aufarbeiten und Arbeiten mit Lehm, Bauen des Ofens

 

Ein Abzugsrohr macht den Ofen komplett. Es wird benötigt, damit man den Ofen auch beheizen und benutzen kann.

·         Wie funktioniert ein Ofen?

·         Erkennen von physikalischen Zusammenhängen

 

2.3 Haus und Dach

 

Da das Material Lehm nicht wetterbeständig ist, brauch der Lehmofen noch ein Dach. Ein kleines Fachwerkhaus, zimmermannsgerecht abgebunden, wird um den Ofen gebaut. Hierbei wird auf die Konstruktion eines Fachwerkhauses eingegangen, die einzelnen Teile und Verbindungen werden benannt. Vorgefertigte Hölzer mit Zapfenloch und Zapfen werden zusammengefügt und mit einem Holznagel verbunden.

·         Zusammensetzung des Fachwerks, Erklären der einzelnen Teile (Schwelle, Ständer, Strebe, Riegel)

·         Zimmermannsgerechtes Zusammenbauen mit Zapfenloch, Zapfen und Holznagel

·         Dachkonstruktion

 

 

3. Fachwerkhäuser heute erhalten

 

Viele Fachwerkhäuser prägen auch heute noch unser Dorfbild, sie charakterisieren das ländliche Leben und die Verflechtung von Leben und Arbeit. Mit ihrer gegliederten Struktur, Verzierungen und ihrem Farbenreichtum verschönern sie unsere Dörfer. Über Jahrhunderte hinweg haben die Fachwerkgebäude in der Region des historischen Eichsfelds eigene regionale Besonderheiten entwickelt, sie prägen unsere Region und spiegeln das dörfliche Leben. Den Charme, den diese Häuser  ausstrahlen, gilt es in der Gegenwart und auch für die Zukunft zu erhalten.

Es ist möglich mit heutigem Standard in alten Häusern zu leben. Durch gut bedachte und behutsame Veränderungen wurden schon immer Häuser an jeweils modernen Anforderungen angepasst. Diese ständigen Anpassungen und Veränderungen haben diese Häuser und Hofanlagen regional.

Doch Veränderungen sollten immer behutsam und fachgerecht durchgeführt werden, damit das Fachwerkhaus sein Gesamtbild, seine Harmonie und seinen Ausdruck behält. Diese Kunst scheint uns heute oft verloren gegangen zu sein. Durch manche Umbauten wirken Fachwerkhäuser entstellt, manche Eingriffe widersprechen dem Grundgefüge des Fachwerkgebäudes. Dies führt zu einer Disharmonie im Gebäudegefüge.

Auch spätere Generationen sollen die Baukunst unserer Vorfahren bewundern können. Viele Fachwerkhäuser haben einen großen geschichtlichen Wert für unser eigenes Umfeld.

In den letzten Jahren wurden viele Fehler bei der Sanierung von Fachwerkgebäuden gemacht. Manche Fehler bedrohen heute sogar die Bausubstanz der Häuser.

Immer mehr Bauherren und Firmen berufen sich aber auf die traditionelle Bauart eines Fachwerkgebäudes und verwenden bei Reparaturen, Rückbau und Sanierung wieder traditionelle Materialien, wie Lehm und Kalk und bearbeiten sie mit traditionellen Handwerkstechniken, besonders bei Reparaturen und Ausbesserungen am Fachwerkgerüst.

 

Heute wird die alte Handwerkskunst wieder entdeckt, die Eigenschaften von traditionellen Materialien, wie Lehm, werden geschätzt und die Schönheit von Fachwerkhäusern und Höfen wird zurück gewonnen.