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Der Verein Eichsfeld Aktiv - Gesellschaft zur Entwicklung des Ländlichen Raumes im Eichsfeld e.V. führt, getragen durch die Arbeitsgruppe Forum Fachwerk Eichsfeld, gemeinsam mit der LEADER RAG Eichsfeld eine Veranstaltungsreihe zum Thema Baukultur & Demografischer Wandel im Eichsfeld durch. Informationen dazu hier auf dieser Seite bei Veranstaltungen und in der Informationsbörse.

Bei einem alten Haus ist gerade bei den steigenden Heiz­kosten der Energie­bedarf ein wichtiges Kriterium. Daher kommt es gerade im Altbau darauf an geschickte wärmedämmende Massnahmen zu ergreifen, die die Bausubstanz erhalten.

Baukultur und Naturschutz – ein spannungsreicher Bogen von Flächenversiegelung bis ökologisch Bauen

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Was ist Lehm

WAS MAN ÜBER LEHM WISSEN SOLLTE

Was ist LEHM?

LEHM ist eine Mischung aus Ton, Schluff (Feinst-Sand) und Sand, die auch gröbere Bestandteile wie Kies, Schotter oder Steine enthalten kann.

LEHM reguliert die Luftfeuchtigkeit

LEHM kann relativ schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese bei Bedarf wieder abgeben. Dadurch reguliert er die Feuchtigkeit der Raumluft und trägt somit zu einem gesunden Raumklima bei. Eine konstante Luftfeuchtigkeit ( im Mittel 50 %) erzeugt ein äußerst angenehmes und gesundes Wohnklima. Sie verhindert ein Austrocknen der Schleimhäute beim Menschen, reduziert die Feinstaubbildung und wirkt somit vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten.

LEHM speichert Wärme

LEHM speichert, ähnlich wie andere schwere Baustoffe, Wärme und kann somit zur Verbesserung des Wohnklimas und bei passiver Sonnenenergienutzung zur Energieeinsparung beitragen.

LEHM spart Energie und verringert die Umweltverschmutzung

LEHM benötigt bei der Aufarbeitung und Verarbeitung im Gegensatz zu anderen Baustoffen sehr wenig Energie und trägt somit kaum zur Umweltverschmutzung bei. Er braucht nur etwa 1% der Energie, die für die Herstellung von Mauerziegeln oder Stahlbeton notwendig ist.

LEHM ist stets wiederverwendbar

Der ungebrannte LEHM ist jederzeit und unbegrenzt wiederverwendbar. Trockener LEHM braucht nur zerkleinert und mit Wasser angefeuchtet zu werden und schon lässt er sich wieder verarbeiten. LEHM kann im Gegensatz zu anderen Baustoffen niemals als Bauschutt die Umwelt belasten.

LEHM spart Baumaterial- und Transportkosten

Auf den meisten Baustellen in Mitteleuropa fällt LEHM beim Aushub der Keller und/oder der Fundamente an. Enthält er nicht zuviel Ton und keine zu großen Gesteinspartikel, so kann er im erdfeuchten Zustand mit den meisten LEHMbautechniken direkt eingesetzt werden. Enthält er zuviel Ton, so muß er „gemagert“, d.h. mit Sand vermischt werden. Da bei Verwendung des Bodenaushubs der Abtransport entfällt, entsteht eine nicht unwesentliche Einsparung an Transportkosten.

LEHM eignet sich für den Selbstbau

Mit Hilfe einer fachkundigen Person können LEHMbauarbeiten in der Regel von angeleiteten Laien ausgeführt werden. Da für traditionelle LEHMbautechniken einerseits nur ein minimaler Geräteaufwand notwendig ist, andererseits aber diese Techniken arbeitsaufwendig sind, eignen sie sich besonders für den Selbstbau.

LEHM konserviert Holz

Bedingt durch die geringe Gleichgewichtsfeuchte von LEHM von 0,4 bis 6% werden Holz und andere organische Stoffe, die von LEHM umgeben sind, entfeuchtet bzw. trockengehalten, so dass diese nicht von Pilzen oder Insekten befallen werden. Holz hat eine Gleichgewichtsfeuchte von 8-12%. Tierische Schädlinge brauchen in der Regel eine Mindestfeuchte von 14 bis 18% und Pilze eine Feuchtigkeit von mehr als 20%. Insofern kann man von einer Konservierung von Holz durch LEHM sprechen.


LEHM bindet Schadstoffe

LEHM absorbiert Schadstoffe aus der Raumluft. Dieses Phänomen ist aber noch wenig untersucht. Es wurden bei der Analyse eines Wellerbaus aus dem 17. Jahrhundert im LEHMoberputz 3,5% mehr Schwefel nachgewiesen als in den nahezu schwefelfreien Putzen der anderen Räume. Die Fähigkeit der Tonminerale, Fremdstoffe bzw. Schadstoffe zu binden, wird auch von der Industrie genutzt: Am Kernforschungszentrum Karlsruhe wurde ein Verfahren zu Rückgewinnung des Phosphats aus häuslichen Abwässern mit Hilfe von stark tonhaltigen LEHM entwickelt. Die Phosphate lagern sich dabei an die Tonminerale an und werden somit dem Abwasser entzogen.

LEHM schirmt hochfrequente Strahlung ab

LEHM schirmt Räume gegen hochfrequente Strahlung von Mobilfunknetzen, schnurlosen Telefonen, UMTS und GPS wesentlich besser ab als andere massive Wandbaustoffe. Während übliche Dachdeckungen mit Ton- oder Beton-Dachziegeln nur eine minimale Dämpfung ergeben, dämpfen 24cm dicke LEHMsteingewölbe diese Strahlung zu 99,9% ab. Ein einfacher Test beweist diese Eigenschaft: In LEHMgebäuden haben Handys so gut wie keinen Empfang.


Lehm hat auch Nachteile.

Im Vergleich zu üblichen industriell gefertigten Baustoffen hat LEHM folgende Nachteile:

 

LEHM ist kein genormter Baustoff

LEHM weist je nach Fundort unterschiedliche Eigenschaften auf und muss deshalb je nach Verarbeitungstechnik unterschiedlich zusammengesetzt sein. Es ist also notwendig, seine Zusammensetzung zu kennen, um deren Eigenschaften beurteilen und gegebenenfalls durch Zusätze verändern zu können.

LEHM schwindet beim Austrocknen

Durch die Verdunstung des Anmachwassers, das notwendig ist um LEHM verarbeiten zu können und seine Bindekraft zu aktivieren, reduziert sich sein Volumen, es entstehen „Trocken-“ bzw. „Schwindrisse“. Das lineare Trockenschwindmaß beträgt bei NassLEHMverfahren etwa 3-12% und bei StampfLEHM 0,4-2%. Das Schwinden kann jedoch durch Reduzierung des Wasser- sowie des Tonanteils und durch Optimierung der Kornzusammensetzung wesentlich verringert werden.

LEHM ist nicht wasserfest

LEHM muss deshalb insbesondere im feuchten Zustand vor Regen und Frost geschützt werden. Ein dauerhafter Schutz von LEHMwänden vor Nässeeinwirkung kann durch konstruktive Maßnahmen (Dachüberstand, Spritzwassersockel, horizontale Isolierung gegen „aufsteigende Nässe“) und durch entsprechende Oberflächenbehandlungen (Anstriche, Hydrophobierung, Putze) erreicht werden.

LEHM-Bauverfahren sind arbeitsintensiv

Die meisten LEHM-Bautechniken benötigen einen höheren Arbeitsaufwand als herkömmliche Verfahren. Bauzeiten werden somit verlängert, der Kostenfaktor „Menschliche Arbeitskraft“ ist im LEHMBAU besonders hoch.