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Der Verein Eichsfeld Aktiv - Gesellschaft zur Entwicklung des Ländlichen Raumes im Eichsfeld e.V. führt, getragen durch die Arbeitsgruppe Forum Fachwerk Eichsfeld, gemeinsam mit der LEADER RAG Eichsfeld eine Veranstaltungsreihe zum Thema Baukultur & Demografischer Wandel im Eichsfeld durch. Informationen dazu hier auf dieser Seite bei Veranstaltungen und in der Informationsbörse.

Bei einem alten Haus ist gerade bei den steigenden Heiz­kosten der Energie­bedarf ein wichtiges Kriterium. Daher kommt es gerade im Altbau darauf an geschickte wärmedämmende Massnahmen zu ergreifen, die die Bausubstanz erhalten.

Baukultur und Naturschutz – ein spannungsreicher Bogen von Flächenversiegelung bis ökologisch Bauen

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Immer noch warten viele Fachwerkhäuser auf Sanierung  mehr

Fachwerkhäuser im historischen Eichsfeld

Besondere Prägung erhalten historische Städte und viele Dörfer des Eichsfelds durch ihren beachtlichen Bestand an beeindruckenden Fachwerkhäusern. Um einen kleinen Einblick in die vielfältige Fachwerklandschaft zu bekommen, wird in den folgenden Ausführungen näher auf die Eigenschaften und Besonderheiten des Fachwerkhauses in den ländlichen Gebieten des Eichsfelds eingegangen.
Fachwerkhäuser sind die Bauten des einfachen Mannes, doch im Eichsfeld findet man auch repräsentative Bauten aus Fachwerk mit besonderen Schmuckornamenten und Verzierungen. Man baute jeher mit den Materialien, die man hatte und in der Umgebung vorfand. Das Eichsfeld hat einen großen Bestand an Laub- und Mischwälder. Das spiegelt auch das Fachwerk wieder, für das oft Eichenbalken aber auch Fichtenholz verwendet wurde. Eine Lehmkuhle hatte fast jedes Dorf. Heutige Straßennamen weißen noch darauf hin. Lehmige Böden sind in dieser Region sehr verbreitet.
Fachwerkhäuser prägen mit ihrer starken Teilung und Farbenvielfalt noch heute unsere Dörfer und Region.
Häuser und Höfe dienten nicht nur als Wohnstätten. Arbeiten und Wohnen gehörte auf dem Land zusammen. Als Vier- und Dreiseithöfe wurden die Häuser angeordnet. Scheune und Stallungen nahmen meist mehr Raum ein als das Wohnen allein.
Heute verdient man oft anders sein Lebensunterhalt und für Scheunen und Stallungen fehlt meist die Nutzung. Deshalb ist die ursprüngliche Struktur dieser Hofanlagen gefährdet. Scheunen werden oft als erste abgerissen. Stallungen werden dem Wohnraum zugeordnet.


Geschichtlicher Abriss

Die ältesten Fachwerkhäuser die heute noch im Eichsfeld zu finden sind, stammen meist aus der Zeit ab 1650. Noch ältere Häuser, die in der Vorzeit des 30jährigen Krieges erbaut wurden, sind nur sehr selten zu finden. Eines dieser Häuser ist ein Fachwerkhof in Uder gegenüber der Kirche. Er wurde 1551, nach dendrochronologischer Untersuchung, erbaut.
Einige Firstständerbauten wurden auch in unserer Region nachgewiesen. Ihr Erbauungsjahr reicht bis ins 16 Jh. zurück. Von Firstständerbauten spricht man dann, wenn die in der Mittelachse stehenden Ständer von der Schwelle bis unter dem First reichen. Die Deckenbalken wurden teilweise in die geschossübergreifenden Ständer eingezapft, man nennt diese Verbindung auch „eingeschossen“, daher wurde später das Wort „Geschoss“ abgeleitet. Ein solches Haus befindet sich z.B. in Wallhausen, bei dem allerdings die 4 Firstständer nach einen Brand im Jahr 1739 abgesägt wurden und die ursprüngliche Dachkonstruktion durch einen stehenden Dachstuhl ersetzt wurde.

Fachwerkhäuser des Barock 1650-1750

Eine andere Bauweise ist die Geschoßbauweise, bei der jede Etage für sich abgebunden wird. Diese Bauweise hat sich im Laufe der Zeit durchgesetzt.
Häuser, deren Erbauungsjahr im Zeitraum von 1650-1750 liegen, können als „Barock“ bezeichnet werden. Diese Gebäude sind zweigeschossig gebaut, wobei das Obergeschoß rundum über das Erdgeschoß herausragt. Diese Herauskragungen wurden oft mit verzierten Füllhölzern, teilweise mit Zahnfries und Schiffskehle, geschmückt und zeigen eine aufwendig farbliche Gestaltung. Auch die Balkenköpfe weisen unterschiedliche Verzierungen auf, als „Riefen“ (Kerben) oder „Backen“ (seitlich rundende Abschläge) sowie insgesamt Abrundungen.

Ershausen

Typische Fachwerkbilder dieser Zeitepoche sind der „Wilde Mann“ in der Fläche und um die Ecken der Gebäude. Mann findet ihn auch als symmetrisch gespiegelte Halbfigur. Oft wurden auch Krummhölzer verzimmert, die wie Fassadenschmuck das Fachwerkbild prägen.
Ein häufig zu findendes Fachwerkbild im Gebiet des historischen Eichsfeld ist die „Thüringer Leiter“ mit stehenden kurzen Ständern zwischen Schwelle und Brustriegel unter den Fenstern bzw. durchlaufend. Dieses Bild wird auch in späteren Zeitpochen übernommen.

Bernterode Rittergut

Die Eckstreben reichen in dieser Zeit meist von Schwelle bis zum oberen Drittel des Eckständers.
Der Fachwerkstil der Barockzeit weißt die meisten Verzierungen am Fachwerk auf. Spätere Epochen orientieren sich an dieser Zeit und bauen darauf auf, ohne jedoch wesentlicher Steigerungen.


Fachwerkhäuser zwischen Barock und Biedermeier 1750-1850

In dieser Zeit nehmen die mit Vorkragungen gezimmerten Fachwerke ab. Erd- und Obergeschoss bilden eine flächenbündige Fassade. Die Verzierungen in den Bereich der Vorkragungen entfallen, hier findet man nun farblich abgesetzte Schmalgefache, oder einfache Füllhölzer.
„Wilder Mann“ und „Thüringer Leiter“ prägen weiterhin das Fachwerk. Die Eckstreben wandern immer mehr zum Rähm, teilweise sind sie nicht mehr mit der Ecksäule verzapft, sondern schon mit dem Rähm verbunden.

Marth Meierei

Ein typisch regionales Fachwerkbild in dieser Zeit sind die Doppel- bzw. Dreifachständer zwischen den Fenstern bei Fensterpaaren oder mittig des Giebels.
Auf Grund der höher werdenden Räume findet man immer mehr ein dreistufiges Fachwerk mit zwei Riegelgängen zwischen Schwelle und Rähm. Diagonalstreben zwischen den zwei bzw. drei Gefachreihen ersetzen allmählich Kopf- und Fußbänder.


Fachwerkhäuser der Gründerzeit bis Heimatstil 1850-1920

Hauptmotiv dieser Zeit ist das dem Ingenieurbau entlehnten Andreaskreuz. Durch die Eisenbahn kamen Ziegel ins Eichsfeld. Viele Fachwerkgebäude dieser Epoche sind daher mit Ziegeln ausgefacht. Auch die Kombination zwischen Massiver- und Fachwerkbauweise nimmt immer mehr zu, besonders in den Städten. Der Steinbau überwiegt immer mehr den Fachwerkbau, und so werden auch oft Fachwerkhäuser verputzt, um der Optik eines Steinbaus zu gleichen.

Wendehausen

Diedorf